Reportage
LEISE MISSION. MIT DEM eActros IN KREMS.
Sebastian Schiefer fährt in der Entsorgungslogistik der Stadt Krems für Brantner green solutions. Seit Anfang 2026 sind die vollelektrischen Mercedes-Benz eActros 300 und eActros 600 vollständig im Regelbetrieb integriert – insgesamt 13 Fahrzeuge: zwei Sattelzugmaschinen, sechs Müllsammelfahrzeuge und fünf Kofferfahrzeuge. Sie ersetzen 13 schwere Diesel-Lkw. Und Sebastian ist einer von denen, die diese Transformation jeden Tag auf der Straße erleben.
Wenn Sebastian frühmorgens den Hof betritt, ist es noch still. Früher war das die Stunde, in der man den Arbeitstag schon hörte – Motorstart, Leerlauf, das typische Brummen, das sich zwischen den Recycling-Flugdächern und Hallen fängt. Heute ist es anders. Da steht sein Mercedes-Benz eActros inklusive vollelektrischem Müllpresser – geladen, bereit, und fast schon überraschend leise.
„Der Unterschied beginnt schon beim Losfahren“, sagt er und schnappt sich noch einen Kaffee aus der Team-Kantine.
„Für uns hat Daimler Truck die reifeste und beste eLkw-Technologie – insbesondere was Reichweite, Konzept und Praxistauglichkeit im Schwerlastbetrieb betrifft“
Start ohne Groll
Ein kurzer Check ums Fahrzeug, ein Blick aufs Display, ein Griff an die Tür. Sebastian steigt ein, setzt sich, richtet das Lenkrad. Ein Knopfdruck – bereit. Kein Rucken, kein Dröhnen. Nur dieses ruhige Gefühl: Es kann losgehen. „Das Laden findet bei uns im eigenen Ladepark statt. Maximal sieben Stunden, dann sind die Fahrzeuge wieder voll einsatzfähig“, erklärt er, während er durch das breite Tor rollt. „Und das Wichtigste: Du weißt, dass du pünktlich zu Dienstbeginn startklar bist und jeden Morgen in ein vorgewärmtes Fahrerhaus steigen kannst.“ Draußen ist Krems noch im Halbschlaf. Die meisten Fenster sind dunkel, die Straßen leer. Genau hier spielt der eActros seine Stärke aus: lokal emissionsfrei unterwegs, aber zu dieser Uhrzeit fast noch wichtiger: nahezu lautlos.
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Erste Runde: Altstadt
Enge Gassen. Interessant parkende Autos. Sebastian kennt die Stellen – und er weiß, dass sein Job mehr ist als Lenkrad und Pedal. An der ersten Sammelstelle beginnt der Rhythmus: anhalten, sichern, heben, leeren, verdichten. Sebastian arbeitet Hand in Hand mit seinem Kollegen am Aufbau. Ein Blick genügt, ein Zeichen, ein kurzer Satz. „Passt. Noch a Stück“, sagt Sebastian, als sie rangieren. Der Pressvorgang läuft – aber das typische Dauerbrummen vom Antrieb fehlt und das bemerkt nicht nur Sebastian. Ein Fenster geht auf. Eine ältere Dame nickt ihm zu, als würde sie sagen: Gut, dass ihr da seid. Früher hätte man oft den Blick gesehen, der schon „zu laut“ ruft. Heute: eher neugierig. „Du merkst es bei den Leuten“, sagt Sebastian. „Und ehrlich, du merkst es auch bei dir selbst. Du kommst ruhiger durch den Tag und abends einfach entspannter an.“
Vorausschauend statt hektisch
Später, an einer Kreuzung, ein Radfahrer. Ein kurzer Moment, der im Berufsalltag oft entscheidet, ob’s weiterhin entspannt bleibt oder stressig wird. Sebastian nimmt den rechten Fuß leicht vom Pedal – der eActros rekuperiert sanft, kontrolliert, ohne Hektik. „Stop-and-go ist bei uns Standard“, sagt er. „Da ist es ein Vorteil, wenn du nicht dauernd gegen den Lärm und die Vibrationen arbeitest.“ In der Nähe einer Schule wird es lebendiger: Kinder, Eltern, schnelle Schritte. Sebastian wartet, lässt die Gruppe passieren, rollt erst dann an. „Ich sag immer: Wir fahren nicht nur Müll. Wir fahren Verantwortung“, meint er, und man glaubt ihm jedes Wort.
Wie in jeder Stadt gibt’s Überraschungen: Baustellen, Sperren, spontane Änderungen. Brantner setzt bei der Umstellung nicht nur auf Fahrzeuge, sondern auch auf Planung: Routentracking-Daten helfen dabei, jene Strecken zu identifizieren, auf denen Elektro-Antriebe besonders effizient sind. „Manchmal ist die Tour wie Tetris“, grinst Sebastian. „Aber das war früher auch schon so. Nur dass du jetzt noch genauer schaust, wie du am effizientesten unterwegs bist.“ Wenn man mit ihm spricht, merkt man: Für Sebastian ist das nicht „Technik um der Technik willen“. Es geht um Alltagstauglichkeit. „Wenn’s im Regelbetrieb läuft, dann ist’s echt. Und bei uns läuft’s wirklich fantastisch.“
Laden mit grünem Strom
Zur Mittagszeit ist Krems voll. Lieferverkehr, Menschen, Tempo. Sebastian bleibt ruhig, fährt gleichmäßig, und immer noch unglaublich konzentriert. In der Kabine ist es spürbar entspannter – weniger Lärm, weniger Dauerstress.
Ein Passant bleibt stehen, schaut auf den Truck.
„Ist das einer von den neuen Elektrischen?“, fragt er.
Sebastian nickt. „Ja. Ein eActros 300.“
„Und? Geht das wirklich?“
Sebastian lacht kurz. „Ich fahr ihn jeden Tag. Also ja, es geht. Und zwar normal.“
Ein zentraler Erfolgsfaktor ist die Infrastruktur: Brantner investiert in High-Power-Ladeparks, bspw. in der Brennaustraße in Krems und in Hagenbrunn. Weitere Standorte sind bereits geplant. Geladen wird mit 100 % grünem Strom, dazu werden zusätzlich eigene Photovoltaikanlagen ausgebaut, um einen Teil des Stroms in einer Energiegemeinschaft selbst zu erzeugen. Langfristig ist sogar eine vollständig autarke Stromversorgung das Ziel. Sebastian formuliert es bodenständig: „Du brauchst eine Lösung, die zu deinem Job passt. Wenn du’s sauber aufsetzt, dann ist es nicht kompliziert und macht richtig Sinn.“
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Feierabend mit gutem Gefühl
Am Nachmittag die letzte Runde. Zurück zum Standort. Abschlusskontrolle. Und wieder dieses Detail, das man erst vermisst, wenn es weg ist: Der Tag endet ohne Nachhallen. Keine Motorwärme, kein Dieselgeruch, kein „Kopf voll Lärm“. Sebastian bleibt kurz stehen, bevor er die Tür schließt. „Brantner denkt Kreislaufwirtschaft so, dass Abfall wieder Wertstoff wird“, sagt er. „Und ich bin halt der, der’s jeden Tag auf die Straße bringt. Wenn das auch noch leise und lokal emissionsfrei passiert, dann fühlt sich das richtig an.“
Schließlich wirft er die Kabinentür zu. Man erschrickt beinahe auf dem sonst so ruhigen Brantner Betriebsgelände. In Krems freut man sich jedenfalls. Die Müllsammlung passiert genauso wie früher, aber sie drängt sich nicht mehr so laut in den Vordergrund.
„Ich fahr Müll, aber eigentlich fahr ich Wertstoffe. Und wenn das Fahrzeug dazu passt – leise, lokal emissionsfrei, mit grünem Strom geladen – dann fühlt sich das an, als ob du nicht nur von A nach B fährst, sondern ein kleines Stück Zukunft mitbewegst.“
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