eActros 600
Der eActros 600 von VEGA triumphiert bei der eNordkapp Challenge
Für ihre erste Teilnahme an der äußerst anspruchsvollen eNordkapp Challenge 2025 treffen Herbert und Silvia Salentinig eine klare Entscheidung: sie starten die Tour mit einem eActros 600 samt Sattelauflieger. Das Fahrzeug stellt die VEGA International Car-Transport & Logistic-Trading GmbH aus Wals-Siezenheim (Österreich). Damit ist das Team VEGA das erste, das mit einem eSattelzug an der eNordkapp Challenge teilnimmt - ein klares Statement für die Zukunft der Schwerlastmobilität.
Die eNordkapp Challenge ist eine Langstrecken-Challenge für rein elektrisch betriebene Fahrzeuge, die seit 2018 jedes Jahr Ende Dezember startet. Ziel ist das berühmte Nordkapp in Norwegen – die nördlichste mit dem Auto erreichbare Stelle Europas. Organisiert wird sie von dem Schweizer Peer Haupt. Die eNordkapp Challenge 2025 startet am 27. Dezember in Oldenburg (Bremen) und endet am 5. Jänner am Nordkapp. Die spektakuläre Winterroute führt durch Mittelschweden entlang des legendären Inlandsvägen.
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Bereits 2024 hatte Franz Blum, Geschäftsführer und Eigentümer Fa. VEGA, die Salentinigs auf die eNordkapp Challenge aufmerksam gemacht und den Funken gezündet. Als Pionier im Bereich Elektromobilität hat VEGA bereits Meilensteine gesetzt: Die E-Lkw Flotte umfasst neben Mercedes‑Benz eActros noch weitere vollelektrische Trucks.
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Das Team VEGA.
Herbert Salentinig ist Geschäftsführer der VEGA Niederlassung Italien. Er sammelte schon in frühen Berufsjahren Erfahrungen als Lkw- und Bus-Fahrer und ist in der Transportbranche fest verankert. Silvia Salentinig hat noch im Vorfeld der Tour die Lkw-Führerscheinprüfung absolviert und kann sich so mit ihrem Mann Herbert die Fahrstrecke teilen.
Bereits am Heiligabend bricht das Team VEGA - anfangs noch ohne Auflieger - in Richtung Oldenburg auf, dem Startpunkt der eNordkapp Challenge. Für die anspruchsvolle Tour entscheidet man sich für den eActros 600 mit einem Fahrzeugtransport-Auflieger, ein Gespann, das im Alltag des Logistikers standardmäßig im Einsatz ist: Zwillingsbereift – was sich zum späteren Zeitpunkt auf Schneefahrbahnen als nicht unbedingt ideal herausstellen wird, beladen mit einem Sprinter, voll beladen mit Ausrüstung.
Das Lastzuggesamtgewicht liegt damit bei 32.500 kg, was einem durchschnittlichen Realeinsatz in Europa durchaus entspricht. Alles in allem legen Silvia und Herbert Salentinig 7.944 Kilometer zurück. Der eActros 600 wird nicht speziell für den Sondereinsatz vorbereitet: Allein die Bereifung ist - im Hinblick auf die Fahrbedingungen im hohen Norden zu dieser Zeit - speziell auf Polar-Expedition ausgelegt.
Je weiter man sich Richtung Norden bewegt, desto größer werden die Herausforderungen: Die Pisten in Schweden, Norwegen und Finnland sind nicht geräumt, und je nach Verdichtungsgrad der Schneemengen - gerade auch bei Schneefall oder auch durch eingefahrene Spurrillen - muss man sehr konzentriert bei der Sache sein. „Der Schnee ist aufgrund der Kälte staubtrocken, der Untergrund manchmal unsicher und in den Kurven muss man sehr aufpassen“, erzählt Herbert. „Mit dem Sattelzug sind wir naturgemäß auch insgesamt langsamer unterwegs als andere Teilnehmer mit Pkw.“
Auch die Ladezeiten an Ladestationen unterscheiden sich. Nicht immer können Ladesäulen unkompliziert genutzt werden. Oft muss abgesattelt werden, Ladekabel sind zu kurz oder die Ladestation funktioniert nicht, weil der Kartenleser eingefroren ist.
So passiert es dem Team VEGA, dass sie mit nur mehr 12 % Batteriekapazität an eine Ladestation kommen. Und finden das Display der Station eingefroren vor. Ein erstes leises Zweifeln macht sich bemerkbar.
Schlussendlich kann aber doch die Batterie geladen werden. Die Gewissheit, dass die Bewohner vor Ort Silvia und Herbert unterstützen würden, gibt ihnen die nötige Sicherheit, ihre abenteuerliche Fahrt fortzusetzen. Bei minus 41 Grad Celsius kämpfen übrigens auch die Pkw-Teams mit der Kälte.
Insgesamt sind die beiden mit der Performance des eActros 600 sehr zufrieden, er ist ein wahres „Arbeitstier“, wie Herbert Salentinig sagt: „Bis minus 20 Grad läuft er absolut problemlos. Ich bin froh, dass ich mit dem Mercedes‑Benz Truck habe fahren dürfen.“
Der letzte Anstieg zum Nordkapp ist nochmals eine Herausforderung. Die enge, teils eisige Straße schlängelt sich in Serpentinen an den steilen Felswänden hoch und tiefe Abgründe fordern höchste Konzentration. Silvia und Herbert Salentinig erreichen das Nordkapp noch bei Dunkelheit, der Wind bläst ihnen eiskalt um die Nase. Sie haben es geschafft!
Der Traum, einmal im Winter am Nordkapp zu stehen, geht für die beiden endlich in Erfüllung. Dafür sind sie sprichwörtlich „ins kalte Wasser gesprungen“ und haben eine steile Lernkurve in Sachen Elektro-Mobilität hingelegt – gleich mit der Herausforderung, mit einem batterieelektrischen Sattelzug die eNordkapp Challenge zu meistern, anstatt sich mit einem Pkw an das Thema heranzutasten.
Herbert Salentinig zieht ein positives Fazit aus der eNordkapp Challenge mit dem eActros 600:
„In die Lkw-taugliche Ladeinfrastruktur muss noch investiert werden, aber eMobilität funktioniert in Europa zu 120 %!“
Fotos: Eberhard Dröge / eNordkapp Challenge / VEGA
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