Kilometermillionär
Im Auftrag der Kabel
Uwe Lippmann aus Plauen im sächsischen Vogtland ist seit 29 Jahren Lkw-Fahrer und seit 2004 für die Vogtländisches Kabelwerk GmbH – kurz VOKA – tätig.
Der 56-jährige hat hier in den letzten 20 Jahren zweieinhalb Millionen Kilometer zurückgelegt, größtenteils im Fernverkehr zu Großkunden oder von den Rohstoffherstellern der VOKA. Seine Touren gehen nach Rumänien, Österreich, Tschechien, oder Belgien. Aber auch nach Berlin und Hamburg.
Am liebsten Mercedes
1.200.000 Kilometer hat der Plauener bei der VOKA in einem Actros mit 440 PS zurückgelegt. Weitere 1,3 Millionen Kilometer mit seinem jetzigen Truck, einem 1845er Actros (Neuer Actros), Baujahr 2012. Die Sicherheit durch den Bremsassistenten und den Tempomat sowie die Verbesserung des Fahrkomforts möchte er nicht mehr missen. Uwe schätzt die Zuverlässigkeit seines Actros: „Mein Truck ist super, er hat mich noch nie im Stich gelassen!“ Ein anderer Hersteller kommt für ihn nicht in Frage. Außerdem ist er begeistert vom fachmännischen Service in den Mercedes Werkstätten, die ihm stets schnell helfen. „Das deutschlandweite Werkstätten-Netzwerk ist grandios!“.
Die Wende und die Freiheit
Gelernt hat der mehrfache Killometermillonär Dachdecker. Als solcher ist er einige Jahre in der ehemaligen DDR tätig, doch er merkt schnell, dass er kein Mensch für einen Betrieb und feste Arbeitszeiten ist, er will seine Freiheit und eigene Zeiteinteilung. Er flüchtet nach Prag und ist dabei, als Hans-Dieter Genscher am 30. September 1989 vom Balkon der westdeutschen Botschaft in Prag verkündet, dass den Tausenden DDR-Flüchtlingen die Ausreise genehmigt wird. Ein historischer Moment für Lippmann. Er kehrt der DDR und auch Deutschland den Rücken zu und lebt für einige Jahre in Südtirol und Spanien. Zurück in seinem Geburtsort Plauen fängt er als Lkw-Fahrer an. In Jena trifft er 1996 seine heutige Partnerin, mit der er zwei Töchter – heute 17 und 14 Jahre alt – bekommt.
Nachts unterwegs
Sein innerer Rhythmus hat sich an das frühe Aufstehen gewöhnt, einen Wecker braucht Uwe schon lange nicht mehr, wenn es nachts um zwei wieder losgeht. „Nachts sind die Straßen noch frei. Tempomat an, der Truck rollt, ich spare Zeit und muss nicht so viel für die anderen mitdenken.“ Problematisch wird es höchstens im Winter, wenn Uwe mal wieder der Erste auf der Autobahn ist. Uwe erinnert sich an eine Nacht, in der es so viel geschneit hatte, dass er noch nicht einmal aus Plauen rausgekommen ist. „Da hat es hier zwei Tage so dermaßen geschneit, dass gar nichts mehr ging. Bei solchen Bedingungen fahr ich dann raus, das tue ich mir nicht an.“
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Die kleinen und großen Herausforderungen
Gerade in den Anfangsjahren bei der VOKA macht dem freiheitsliebenden Lkw-Fahrer der Zoll an den Grenzen so maches Mal das Leben schwer. Dann, wenn die in Deutschland angefertigten und in Ungarn abgestempelten Papiere plötzlich in Rumänien nicht anerkannt wurden und er stundenlang auf Übersetzungen warten musste. Oder wenn eine Zollschnur fehlte und nur mit Hilfe freundlicher Straßenverkäufer gefunden werden konnte. Eigentlich fährt Uwe nur Kabel oder Rohstoffe für die Kabelherstellung, doch für den Chef tut man ja bekanntlich alles und so wurde sein Truck auf einer Leerfahrt zurück nach Plauen kurzerhand zu einem Transporter für fünf Wildschweine, die der Chef – leidenschaftlicher Jäger – kurz zuvor in den Wäldern geschossen hatte.
Mit Kind und Kegel die Ruhe genießen
Seine handwerkliche Begabung kommt ihm zu Hause zu Gute, im eigenen Haus mit 4000 Quadratmetern Garten ist immer irgendetwas zu tun und die zwei Schäferhunde wollen auch ihre Gassi-Runden mit Herrchen gehen. Wenn Uwe freitags nach Hause kommt, freut er sich auf die Ruhe und das kühle Bier zum Wochenende. Kurz die Füsse hochlegen und dann geht es mit dem Fahren weiter – entweder mit dem Rasenmähertraktor oder dem neuen Pickup, mit dem er gern durch das Vogtland fährt. Und wenn es in den Urlaub geht, ist natürlich Papa Uwe für das Fahren zuständig. „Meine Frau plant, ich fahre!“ Am liebsten zum Wandern in die Berge.
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