Kilometermillionär
Vom Zimmermann zum Lkw-Fahrer
Andreas Höhn ist seit 31 Jahren bei der Firma Alfred Peitz Transporte in Verl im Nordosten Nordrhein-Westfalens tätig und fährt dort mit großer Begeisterung Schüttgut von Baustellen.
„Dabei hatte sich das mit dem Lkw-Fahren eher durch Zufall ergeben“, erinnert sich der Kilometermillionär zurück. Nach der Schule absolvierte er eine Ausbildung zum Zimmermann und arbeitete kurz in diesem Beruf, bevor er zur Bundeswehr ging. Dort machte er 1992 seinen Lkw-Führerschein und entdeckte seine Leidenschaft fürs Lkw-Fahren.
„Ich wollte nicht immer Lkw-Fahrer werden, aber die Bundeswehr hat mir gezeigt, dass das Fahren sehr viel Spaß macht.“ 1994 startete er dann bei Alfred Peitz, wo er bis heute im Nahverkehr unterwegs ist. Fernverkehr sei nichts für ihn, denn „ich brauche abends die heimische Kirche in den Augen und das heimische Bett.“
Lieblingsfahrzeuge und technische Entwicklungen
In seinen drei Jahrzehnten hinter dem Steuer hat Andreas knapp zwei Millionen Kilometer gesammelt und diese ausschließlich mit Mercedes-Benz Trucks. Los ging es damals mit einem Dreiachser der schweren Klasse mit Anhänger. Ein paar Jahre später kam dann ein 6x6 Actros 3343. „Den habe ich lange Jahre gefahren, mit 900.000 Kilometern auf dem Tacho wurde er durch einen Mercedes-Benz Actros 1845 ersetzt.
Das war ein richtiger Quantensprung“, erklärt der 57-Jährige. Zusammen mit seinem Chef ging es dafür 2015 ins Mercedes-Benz Werk nach Wörth, um den nagelneuen Lkw persönlich abzuholen. Seit 2023 ist er mit einem Actros 1848 im Ruhrgebiet, Münsterland oder am Niederrhein unterwegs. „Ich habe jeden Lkw selbst gepflegt und kleinere Reparaturen gemacht“, erzählt Andreas stolz. Wenn größere Wartungen anstehen, geht es zum Mercedes-Benz Trucks Autohaus Beresa GmbH & Co. KG in Gütersloh. Hier gab es auch vor Kurzem die feierliche Übergabe der Kilometermillionärs-Urkunde. Höhn schwört auf die Zuverlässigkeit seiner Lkw. „Einmal wollte mein Chef mir eine andere Marke unterjubeln, da habe ich ihm gleich gesagt, das ist kein Fahrzeug für mich“, erzählt der Mercedes-Benz Liebhaber schmunzelnd.
Herausforderungen und Abenteuer auf der Baustelle
Für Andreas sind die spannendsten Momente die Fahrten zu kniffligen Baustellen. Besonders herausfordernd sind enge Siedlungen mit schmalen Straßen, in die er rückwärts mit seinem schweren Lkw einparken muss. „Da rufe ich dann vorab den Baggerfahrer an und frage, ob ich irgendwas wissen muss.“ Die Kunst sei, mit Ruhe und Geduld zu rangieren, um keine Hecken, Autos oder Hausecken zu beschädigen. Auch schwieriges Gelände auf einigen Baustellen stellen ihn vor Herausforderungen, bei denen Allradantrieb unverzichtbar ist. „Ich bin noch immer überall hin und wieder weggekommen. Das ist dann ein schönes Erlebnis, wenn der eigene Plan aufgegangen ist“.
Manchmal wird auch das Abladen zum Abenteuer, dann wenn beispielsweise auf einem Grundstück Bäume gerodet wurden und die Wurzeln abtransportiert werden sollen. „Es passiert mal, dass sich die Wurzeln beim Abladen unter der Klappe verkeilen und nicht mehr vom Kipper wollen.“ Zum Glück stehen meist Bagger oder Radlader bereit, die die Baumwurzeln wieder befreien können. „Drauf geblieben ist bis jetzt noch nie etwas“, lacht Andreas.
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Familienmomente und persönliche Vorlieben
Der 57-Jährige ist Vater von drei inzwischen erwachsenen Kindern. Früher sind seine Kinder samstags oft mitgefahren, was für alle ein besonderes Erlebnis war. „Da habe ich eine Liste geführt, wer wann mitfahren darf, es ging immer reihum“, erinnert sich Andreas. Was Andreas an seinem Job am meisten schätzt, ist das Fahren selbst. „Ich freue mich auf jeden Tag und ich habe meine Leidenschaft zum Beruf gemacht, besser geht es doch gar nicht“, freut er sich. Zur Abwechslung setzt sich der Lkw-Fahrer auch mal kurz auf einen Bagger oder Radlader und belädt seinen Kipper selbst.
Die Mischung aus Arbeit und dem Zuhause-Sein gibt ihm die nötige Balance. Heute genießt er nach Feierabend die Ruhe zu Hause in Gütersloh, wo er mit seiner Frau im Garten entspannt.
Neben dem Lkw-Fahren bastelt er gerne mit Holz, baut Regale oder Sitzbänke und hält so den alten Zimmermannsberuf lebendig. Urlaub macht die Familie meist in Deutschland, etwa am Bodensee oder an der Mosel.
„Bei uns ist die Reise das Ziel. Für mich fängt der Urlaub schon an, wenn ich morgens ins Auto steige und losfahre.“