Kilometermillionär
Michael Leiß - 45 Jahre Holztransport
Der Beginn einer Leidenschaft.
Vor 45 Jahren kauft sich Michael Leiß seinen ersten Lkw. „Ich hatte null Ahnung und der Lkw war ständig kaputt“, erinnert sich der 67-Jährige zurück. Vier Jahre lang gehen fast seine gesamten Einnahmen für Reparaturen drauf. Dann tauscht er den alten Lkw gegen einen gebrauchten Mercedes-Benz und ab dann läuft sein Geschäft. „Ich bin ein Freund von Mercedes-Benz. Wenn man so ein Fahrzeug hat und damit sein erstes Geld verdient, dann bleibt man bei der Marke.“
Inzwischen ist der Fuhrpark der Leiß Transport GmbH aus Habach, 60 Kilometer südlich von München, auf zehn Fahrzeuge angewachsen und auch zwei der drei Söhne des Firmengründers arbeiten im Familienunternehmen. Die Firma hat sich auf den Transport von Rundholz spezialisiert.
Der Einstieg in die Branche.
Schon als kleiner Junge steht Michael fasziniert vor dem elterlichen Sägewerk und bestaunt die Holztransporter, die Langholz bringen. „Da wusste ich, so etwas will ich auch mal machen.“ Zunächst absolviert er eine Ausbildung zum Landwirt und geht zur Bundeswehr, doch der Plan für das eigene Unternehmen steht für ihn von jeher fest. Heute hat der Geschäftsmann stolze 6 Millionen Kilometer erfahren und kann sich keinen schöneren Beruf vorstellen.
Ein gutes Fahrgefühl
Michael fährt mit seinem Mercedes-Benz Arocs 3363 6x4 Achser direkt in die Wälder, lädt mit einem hinter der Fahrerkabine sitzendem Kran die 20 Meter langen Baumstämme auf und bringt sie zu umliegenden Sägereien. Seine Kollegen fahren Kurzholz, also Stämme bis fünf Meter Länge, doch Michael gefällt das Langholz besser. Seine Touren finden in der näheren Umgebung statt, doch auch im Trentino in Italien, Österreich, Baden-Württemberg und anderen Ecken Bayern ist er unterwegs. Er freut sich über die Zuverlässigkeit seines Fahrzeuges und das gute Fahrgefühl. „Es ist ja eine Mischung zwischen Fernverkehr- und Baustellenfahrzeug und dieser Arocs ist richtig gut gelungen für den Holztransport“, schwärmt der erfahrene Lkw-Fahrer. Nicht mehr missen möchte er die Automatik, die das Fahren einfacher macht und auch den Spritverbrauch deutlich reduziert hat.
Die Herausforderungen des Holztransports
Der Transport von Langholz bringt so einige Hürden mit sich. „Das Fahren in den Bergen ist oft knifflig“, sagt Leiß. Mindestens einmal im Jahr sitzt er in einer Sackgasse fest, versucht, mit 20 Metern Langholz zu wenden oder im Wald zwei Kilometer rückwärts zu fahren, um wieder auf die richtige Strecke zu kommen. Auch enge Kurven oder die Serpentinen auf den Strecken durch Südtirol oder Österreich machen seinen Job anspruchsvoll. Und wenn die Wege in den Wäldern im Frühjahr von Regen und Schneeschmelze aufgeweicht sind, fährt er sich schon ab und an im Matsch fest. „Da muss man schon exakt fahren und das Gehirn einschalten“, spricht Michael aus Erfahrung. Trotz dieser Herausforderungen hat er in fast fünf Jahrzehnten keinen schweren Unfall verursacht und es sind noch niemals Baumstämme vom Lkw gepurzelt.
Die schönsten Erinnerungen.
In all den Jahren bleiben einige Erlebnisse unvergessen. Michael erinnert sich an einen Sonnenaufgang über dem Schlern-Bergmassiv in Südtirol. „Es war so beeindruckend, die Farben und die Natur gleichzeitig zu erleben“, schwärmt er. Auch die herzlichen Begegnungen mit den Menschen in den kleinen Sägewerken bereichern seine Fahrten. Einen Kaffee zur Begrüßung hier oder ein nettes Gespräch dort zeigt ihm, dass seine Arbeit geschätzt wird. „Jeden Tag das Beste daraus zu machen, ist mein Motto“, erklärt der Kilometermillionär. Dies zählt für ihn besonders, wenn er sich in jeder freien Minute um seine Frau kümmert, die seit einigen Jahren ein Pflegefall ist. Auch in seiner Freizeit ist der Kilometermillionär am liebsten in der Natur.
„Wenn ich mal ausspannen will, gehe ich in meinen eigenen Wald, schlage ein paar Bäume und mache Brennholz“, erzählt er.
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