Kilometermillionär
Udo Pähler
35 Jahre hinter dem Steuer.
Udo Pähler aus Nordwalde bei Münster steuert seit 35 Jahren Lkw und meistert den Nahverkehr mit Bravour.
Seine Hauptladung? Elektroschrott. „Ich fahre alles, was Kabel hat“, sagt er und zählt die verschiedenen Geräte auf: Fernseher, Kühlschränke, Bohrmaschinen – alles, was in den modernen Haushalten zu finden ist. Seine Karriere begann 1990, als er per Zufall in den Beruf des Lkw-Fahrers hineinrutschte.
„Mein Vater hatte Schuld! Der hatte eine Anzeige in der Zeitung gesehen und mir die Bewerbungsunterlagen besorgt“, erzählt er lachend. So hing Udo seine Laufbahn als Kfz-Mechaniker, die ihm nicht zusagte, an den Nagel und lernte das Fahren von Lkw – eine Entscheidung, die er bis heute nicht bereut. Knapp 3,5 Millionen Kilometer hat er inzwischen auf Deutschlands Straßen zurückgelegt. In den letzten 10 Jahren für die Firma Lohmann Containerdienst GmbH aus Emsdetten.
Die Entwicklung der Lkw-Technologie
In seinen 35 Jahren hinter dem Steuer hat Udo viele technische Fortschritte erlebt. Von seinem ersten Mercedes SK 2435 bis zum aktuellen Actros 2548 L hat sich viel verändert. Insbesondere die Einführung der EPS-Schaltung bleibt ihm in guter Erinnerung, als das Fahren deutlich einfacher wurde. „Vorher musste man richtig arbeiten, heute ist das Fahren fast ein Kinderspiel“, schmunzelt er und fügt hinzu, dass die modernen Assistenzsysteme ihm die Arbeit sehr erleichtern. „Es ist schön, zu wissen, dass die Technologien bei der Sicherheit helfen“, erklärt er.
Bleibende Erinnerungen
Herausfordernd wurde es für Udo, als er während seiner Anfangszeit mit einen Tank-Lkw fuhr und Heizöl auslieferte. „Bei manchen Kunden war es so eng, da bin ich vorwärts nicht mehr rausgekommen.“ Zum Glück stellte sich die Weisheit seines damaligen Chefs als wahr heraus, die der Kilometermillionär heute noch im Ohr hat: „Wo du vorwärts reinkommst, kommst du rückwärts auch wieder raus!“ 1995 wurde der leidenschaftliche Lkw-Fahrer sogar zu einem Kunstlieferanten. „Ich habe Tücher gefahren“, erinnert er sich. Später staunt er nicht schlecht, als er im Fernsehen sieht, dass damit vom Künstler Christo das Reichstagsgebäude in Berlin verhüllt wurde.
Überraschungen und Lieblingsorte
Ein faszinierendes Erlebnis hatte Udo, als er einmal im Sauerland unterwegs war. „Ich bin über eine Straße gefahren und sah neben mir einen Hirsch mit riesigem Geweih, der parallel zu mir lief“, erinnert er sich mit Begeisterung. Wenn es der Zeitplan zulässt und es auch möglich ist, verlässt der 57-Jährige gern die Autobahn und erreicht sein Ziel lieber per Bundes- und Landstraße, um nebenbei die Landschaft zu entdecken. „So sehe ich Dinge, die ich noch nicht kenne und erlebe immer etwas Neues.
Ich finde das großartig!“ Besonders gern ist er in Norddeutschland unterwegs. Die Küstenlandschaften, die Weite und die klare Luft bieten ihm eine willkommene Abwechslung vom städtischen Verkehr. Besonders angetan hat es ihm die Region rund um Wilhelmshaven. „Ich liebe es, dort zum Frühstück an den Strand zu gehen und meine Füße durch das Watt zu ziehen“, erzählt Udo.
Alte Bekannte
Ein weiterer wichtiger Aspekt sind die regelmäßigen Kunden, die Udo trifft. Er hat enge Beziehungen zu zahlreichen von ihnen aufgebaut, die ihn stets freundlich empfangen. „Es gibt einige Orte, an die fahre ich immer wieder gerne, weil die Menschen dort einfach so nett sind“, beschreibt er seine Sympathie für bestimmte Lieferorte. Ein schneller Kaffee oder ein nettes Pläuschchen mit vertrauten Gesichtern sind für ihn oft die kleinen Höhepunkte in der Routine eines Arbeitstags.
Das Leben abseits der Straßen
Um zwischendurch die eigenen Batterien wieder aufzutanken, unternimmt Udo mit seiner Frau öfters Kurztrips nach Holland oder an die Nordsee. Einmal im Jahr unternehmen die beiden eine Flugreise irgendwohin ins Warme. „Da lassen wir die Seele baumeln und freuen uns, wenn wir im Hotel von vorne bis hinten verwöhnt werden“, lächelt der Familienvater einer erwachsenen Tochter. Auch das Radfahren mit einem Kumpel gehört zu seinen Hobbys, entweder auf eine kleine Tour nach Feierabend oder Mehrtagestouren entlang Deutschlands schönster Radwanderwege.
„In der Ruhe liegt die Kraft“, ist sein persönliches Motto. Eine Lebenseinstellung, die ihm hilft, die Balance zwischen Beruf und Privatleben zu finden und immer das Beste aus seinen Erlebnissen zu machen.