Leben on the road
Reiseblogger Johannes Kühn
Seit Anfang 2024 lebt Johannes Kühn in einem umgebauten Mercedes‑Benz Feuerwehrfahrzeug und ist damit auf Reisen.
Sein mobiles Büro hat der selbständige Fotograf so immer mit dabei.
„Ich habe von einem Expeditions-Truck geträumt, aber aus Budgetgründen habe ich mich für den Mercedes‑Benz LN2 1124 AF entschieden und den Umbau sowie den Bau der Wohnkabine und der Inneneinrichtung selbst in die Hand genommen“, erzählt der 38‑Jährige.
Sein erstes handwerkliches Projekt ist gut gelungen, hat den gebürtigen Bayern, der bis zu seiner Abreise in Berlin gelebt hat, aber auch an seine Grenzen gebracht. „Zwischendurch war ich echt am Ende meiner Nerven und hatte die Nase voll von dem ganzen Mist, der oft länger dauerte als geplant und nicht funktionieren wollte“, resümiert Johannes über den Umbau.
Der Umbau und handwerkliche Herausforderungen
Das Fahrzeug mit Baujahr 1993 wurde von der Feuerwehr Wedemark bei Hannover als Tanklöschfahrzeug genutzt und hatte 47.000 Kilometer auf dem Tacho, als Johannes es 2021 erwarb. Ursprünglich hatte der Lkw eine Doppelkabine mit Platz für acht Personen, die Johannes von einer Karosseriebaufirma kürzen ließ.
Schweißarbeiten am Zwischenrahmen gab er auch in Auftrag, alles andere machte er selbst.
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Fast zwei Jahre hat es gedauert, bis es dann im Februar 2024 endlich los ging Richtung Spanien. „Eigentlich war noch nicht alles fertig, aber ich wollte endlich dem grauen und nasskalten deutschen Winter in Berlin entfliehen“, erklärt der Hobbyhandwerker.
Unterwegs wurden noch die Gasanlage und andere Kleinigkeiten fertiggestellt.
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Erste Offroad-Erfahrungen
Die erste richtig aufregende Tour war für Johannes die ‚Dangerous Road‘ in der Gorafe Wüste in Spanien.
Auf einer ausgewaschenen Piste ging es durch faszinierende Landschaft. „Da ich mit dem LKW bisher kaum offroad unterwegs war, habe ich zum ersten Mal gespürt wie unangenehm es sich anfühlt, wenn der Lkw etwas schief steht und welche Kräfte auf den Inhalt der Aufbaukabine wirken.“ So ging auf der holprigen Fahrt das Scharnier eines Fensters kaputt und der gesamte Inhalt des Kühlschranks verteilte sich kreuz und quer in der Wohnkabine.
Zuvor war Johannes schon einige Male mit dem Wohnmobil seiner Eltern und einem Mercedes‑Benz T1 auf Reisen, „aber mit einem neun Tonnen Lkw in schwerem Gelände ist das noch mal eine ganz andere Hausnummer,“ berichtet er.
Die Herausforderungen der Piste
In Albanien begegneten dem Fotograf weitere Herausforderungen. Etwa, als sich seine Strecke in die Berge als eine steile, einspurige Schotterpiste entpuppte, die durch Regen völlig aufgeweicht war. Beim Versuch umzukehren gruben sich zwei Räder im Schlamm fest.
„Nach zwei Stunden Steine schieben, graben, Sandleitern auslegen und große Äste platzieren, schaffte ich es rückwärts frei zu kommen. Nach etwa einem Kilometer Rückwärtsfahren konnte ich dann wenden,“ erinnert er sich zurück. Für Johannes sind solche Erlebnisse Lektionen, an denen er wachsen kann und für die Zukunft lernt.
Der Lkw als Zuhause
Johannes vermisst seine große Wohnung in Berlin nicht. „Im Lkw habe ich eigentlich alles, was ich in der Wohnung hatte, nur eben komprimiert auf kleinstem Platz. Nur manchmal wäre eine Badewanne schön“, lacht der Reiseblogger. Diese Entbehrung wird durch Begegnungen mit Menschen und Erlebnisse in der Natur entschädigt.
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Die Gastfreundschaft überwältigt ihn immer wieder. „In Griechenland schenkte mir ein Bauer, auf dessen Grundstück ich unwissentlich stand, Orangen“, strahlt der Reisende. In Bosnien in den Bergen lädt ihn eine Familie spontan zum Essen ein. Er erzählt, dass die Menschen neugierig sind und man sich mit Händen und Füßen immer irgendwie verständigen kann. „Manchmal zeigen die Einheimischen einfach nur einen Daumen hoch. Die Aufmerksamkeit, die ich mit dem Fahrzeug bekomme, ist echt krass.“
Besonders ist es für Johannes immer wieder, den Sternenhimmel oder Sonnenuntergänge in unberührter Natur zu erleben.
Touren und neue Ziele
In den letzten neun Monaten war der mobile Nomade im Balkan in Bosnien, Serbien, Albanien, Montenegro, Griechenland, Mazedonien, Bulgarien, Rumänien, Ukraine und Polen unterwegs. „Das war eine ganz coole Tour, einfach weil ich viele Länder besuchte, die für mich komplett neu waren, wo wenig Massentourismus stattfindet und wo man relativ wenig Regeln im Bezug aufs Freistehen hat“, schwärmt Johannes.
„Als nächstes will ich endlich meine Komfortzone verlassen, raus aus Europa und nach Afrika und Zentralasien, dann irgendwann rüber nach Amerika und Südamerika.“
Regelmäßige Updates
Stay tuned! Ab jetzt berichten wir regelmäßig über Johannes und seine Erlebnisse seiner Reisen auf unserem Instagram Kanal.
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