Kilometermillionär
Mit dem pinken Mercedes-Benz Actros L durch Europa
Wenn Andreas Gruber morgens seinen Lkw startet, fällt er sofort ins Auge: Sein knall-pinker Mercedes‑Benz Actros L 1846 Megaspace ist nicht nur ein Hingucker, sondern auch sein zweites Zuhause.
In über zwei Jahrzehnten hat Andreas rund 2,5 Millionen Kilometer auf Europas Straßen zurückgelegt, eine beeindruckende Strecke, die für ihn längst Alltag geworden ist.
„Nach so vielen Jahren gewöhnt man sich an alles, sogar an die Farbe“, sagt der 55-Jährige mit einem Grinsen.
Vom Zahntechniker zum Fernfahrer
Die Karriere von Andreas begann nicht auf der Straße, sondern im Labor – als gelernter Zahntechniker. „Durch Zufall bin ich dann zu einem Angebot als Fahrer gekommen und habe gemerkt, dass mir das richtig Spaß macht.“ Seit 2001 sitzt er hinter dem Lkw-Steuer, seit 2007 ist er bei GCD Glomb Container Dienst GmbH tätig und transportiert hauptsächlich Seecontainer im internationalen Fernverkehr.
Von seinem Wohnort in der Wingst im Landkreis Cuxhaven aus steuert er regelmäßig die großen Häfen in Hamburg, Bremerhaven und Wilhelmshaven an. Hier starten seine wöchentlichen Touren durch Europa. „Ich mag die Abwechslung und die internationalen Strecken, nach Dänemark, Schweden, Österreich oder mal Frankreich, das macht den Job spannend.“
Leben und Arbeiten im modernen Lkw
Sein aktueller Lkw, ein Mercedes‑Benz Actros L 1846 Baujahr 2024, ist für Andreas weit mehr als nur ein Arbeitsgerät. „Ich habe wirklich alles an Bord: Kühlschrank, Standklimaanlage, Standheizung und sogar einen Sternenhimmel. Besonders nachts sorgt die sanfte Beleuchtung für eine gemütliche Atmosphäre in der Kabine.“
Was er an der Technik besonders schätzt, sind Sicherheitsfeatures wie Abstandsregeltempomat und Abbiegeassistent. „Das macht vieles entspannter und sicherer, auch wenn ich sie zum Glück noch nie gebraucht habe, um einen Unfall zu verhindern.“
Herausforderungen als Berufskraftfahrer
In seinen über 20 Jahren als Berufskraftfahrer hat Andreas einige Herausforderungen gemeistert. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm seine Zeit in der Schwerlastlogistik: „Das war anspruchsvoll, mit Überbreite und Überhöhe zu fahren. Einmal habe ich Beibote eines Passagierschiffs transportiert, mit fast fünf Metern Gesamtbreite.“ Noch imposanter war der Transport eines Schiffsmotors nach Friedrichshafen: „Da war ich bei einem Gesamtgewicht von fast 100 Tonnen, eine echte Hausnummer.“
Außerdem war eine herbstliche Rundtour durch Spanien eines seiner Highlights. „Ich bin durch ganz Spanien gefahren, habe viel gesehen, aber der ständige Wetterwechsel zwischen Sonne, Regen und Schnee war eine Herausforderung. Doch für den Kilometermillionär gilt: „Ruhig bleiben, Panik hilft keinem!“
Die schönsten Momente auf der Straße
Ein ganz besonderes Erlebnis war für ihn eine Fahrt kurz vor Weihnachten, als er gemeinsam mit sechs Kollegen bei einem Kunden in England eintraf. „Das Abladen hat den ganzen Tag gedauert. Der Kunde hat dann Pizza bestellt und alles für uns gemacht. Das war eine spontane kleine Weihnachtsfeier.“ Zu seinen Lieblingsmomenten zählt auch die nächtliche Durchfahrt durch den Hamburger Hafen: „Wenn du die ganzen Lichter siehst, ist das sehr schön und beeindruckend.“
Familie, Hunde und pinke Laster
Trotz aller Kilometer und Erlebnisse bleibt Andreas bodenständig. Am Wochenende freut er sich auf sein Zuhause, seine Familie und seine zwei Hunde. „Hundesport ist mein Ausgleich, da kann ich abschalten.“
Auch das Pink seines Lkw sieht er gelassen: „Manche Kunden machen Sprüche, aber meistens sorgt es für gute Laune. Ich sage immer: Die Farbe ist egal, Hauptsache, der Rest stimmt.“
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