Alles im Fluss
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Alles im Fluss

Unterwegs mit Moselwein – GTS Logistik aus
Traben-Trarbach.

Die Actros von GTS Logistik transportieren Most und Wein für die großen Mosel-Kellereien. Ein Geschäft, das Zuverlässigkeit von den Lkw und Mitdenken von den Mitarbeitern fordert.

Die Mosel dreht an dieser Stelle eine enge Schleife. Ein Teil des Ortes befindet sich damit wie auf einer Halbinsel mitten im Fluss. Eine kunstvoll gestaltete Brücke verbindet ihn mit dem Rest des Städtchens. Perfekt restaurierte Hotels und Bürgerhäuser aus der Zeit des Jugendstils säumen die Ufer und zeugen vom Wohlstand der „Belle Epoque“. Traben-Trarbach – das ist ein kleines städtebauliches Schmuckstück, ein Mekka für Weißweinliebhaber und einst – nach Bordeaux – die zweitwichtigste Weinhandelsstadt Europas. Das zumindest schreibt das Deutsche Weininstitut in einer Veröffentlichung.

Zwar ist die Zeit der schwerreichen Weinhändler vorüber, die um 1900 den halben Ort unterkellerten und sich vom Berliner Stararchitekten Bruno Möhring prächtige Anwesen bauen ließen. Aber der Wein prägt die Stadt bis heute: An den Steillagen entlang des Flusses ziehen die Winzer ihre Trauben. Kellereien, Restaurants und sogenannte Straußwirtschaften laden die Besucher zu Weinproben und regionaler Küche ein. Auch gibt es jede Menge Firmen, deren Produkte und Services eng mit Weinbau und ‑herstellung verbunden sind.

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Hotspot Mosel: Entlang des Flusses gibt es nicht nur die besten deutschen Weinlagen, hier haben sich auch bedeutende Kellereien und Dienstleister der Branche angesiedelt. 

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Dazu gehört auch die GTS Logistik GmbH, die sich vor allem auf den Transport von Wein und Spirituosen spezialisiert hat. Jerry Bodry ist geschäftsführender Gesellschafter des 60 Mitarbeiter und 36 Lkw starken Unternehmens. Der gebürtige Luxemburger ist immer wieder begeistert von der Lage seines Firmensitzes: „Wir arbeiten da, wo andere Urlaub machen!“ 

Seit mehr als 20 Jahren lebt Bodry in der Region und ist heute mit Leib und Seele sowohl Traben-Trarbacher als auch Dienstleister für die regionale Weinindustrie. „Wein ist nicht irgendein Transportgut“, findet der gelernte Speditionskaufmann, „sondern ein empfindliches Lebensmittel, in dem viel Arbeit und Herzblut von Menschen steckt, die im Weinberg und in den Kellereien immer wieder ihr Bestes geben. Das ist für uns Verpflichtung und Ansporn zugleich, alles dafür zu tun, dass der Wein seinen Bestimmungsort pünktlich und unbeschadet erreicht.“ 

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Jerry Bodry ist geschäftsführender Gesellschafter der GTS Logistik GmbH.

„Wein ist nicht irgendein Transportgut, sondern ein empfindliches Lebensmittel, in dem viel Arbeit und Herzblut von Menschen steckt, die im Weinberg und in den Kellereien immer wieder ihr Bestes geben.“

Jerry Bodry, Geschäftsführer der GTS Logistik GmbH
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Moderne Weinherstellung: Spediteur Jerry Bodry (links) trifft bei seinem Kunden Zimmermann-Graeff & Müller (ZGM) Kellermeister Michael Filzen.

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Kunden von GTS sind die großen Kellereien der Region, zum Beispiel Zimmermann-Graeff & Müller (ZGM) aus Zell an der Mosel etwas weiter flussabwärts. Mit seinen Tank-Gliederzügen, die bis zu 25.000 Liter befördern können, holt GTS Most oder Wein von den Winzern und bringt ihn zu den Kellereien. Dort wird der Most in einem aufwendigen und streng kontrollierten Verfahren zu Wein „ausgebaut“, wie es in der Fachsprache heißt. Und hier geschieht auch die Abfüllung.

Bei ZGM füllt eine Reihe großer Anlagen Weißwein, Rotwein und Mischgetränke vollautomatisch in Flaschen oder spezielle Weinkartons. Längst werden nicht nur deutsche Weine verarbeitet: In Standardcontainern, in denen Kunststofftanks mit 24.000 Liter Fassungsvermögen untergebracht sind, kommen Weine aus Australien, Neuseeland, Südafrika, Chile und Argentinien an die Mosel und werden hier abgefüllt. Im Auftrag von deutschen Einzelhandelsketten landen genauso auch spanische, italienische und französische Weine erst hier in der Flasche. 

Allein am Standort in Zell kann ZGM mit seinen sechs Anlagen täglich bis zu 650.000 Liter abfüllen. Den Transport des fertigen Produkts zu den Zentrallagern der großen Supermarktketten übernehmen dann unter anderem die GTS-Sattelzüge, die im Jahr bis zu 120.000 Kilometer auf ihre Tachos spulen.

„Die maximale Verfügbarkeit der Lkw ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor bei Weintransporten, denn der Markt hat extreme Nachfragespitzen, in denen jeder Lkw gebraucht wird“, berichtet Jerry Bodry. „Uns ist die Zuverlässigkeit der Fahrzeuge ebenso wichtig wie ein perfekter Service, der dafür sorgt, dass die Lkw schnell wieder einsatzbereit sind, wenn Wartungen oder Reparaturen anstehen.“ 

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GTS setzt auf einen reinrassigen Mercedes-Benz Fuhrpark, der von der Niederlassung Koblenz betreut wird. „Ich muss immer ansprechbar sein für meine Kunden“, so Bodry. „Bei Mercedes gefällt mir, dass die Niederlassung die gleiche Philosophie vertritt und immer für uns da ist, wenn mal etwas ist.“ Auch die Beratung im Rahmen der Beschaffung schätzt der Unternehmer. „Vom Actros konnte ich mich in aller Ruhe und Ausführlichkeit persönlich überzeugen“, berichtet Bodry. „Das ist ein Lkw, der den Fahrern einen top Arbeitsplatz bietet und hochwirtschaftlich zu betreiben ist.“

„Das ist ein Lkw, der den Fahrern einen top Arbeitsplatz bietet und hochwirtschaftlich zu betreiben ist.“

Jerry Bodry
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Mehr Sicherheit: MirrorCam, Active Brake Assist 5 mit verbesserter Personenerkennung sowie der Abbiege-Assistent unterstützen die GTS-Fahrer auf ihren Touren auf den engen Straßen und Brücken des Moseltals. 

Beispiel Kraftstoffverbrauch: Bodry, der Fahrer und Fahrzeuge über Fleetboard monitoren lässt, verzeichnet beim Actros einen um bis zu drei Prozent reduzierten Dieseldurst im Vergleich zum Vorgänger. Die Hauptgründe hierfür: die noch einmal optimierte Tempomat- und Getriebesteuerung Predictive Powertrain Control und die aerodynamische Verbesserung des Fahrzeugs, unter anderem durch die stromlinienförmigen Kameras der MirrorCam. 

Sicherheitssysteme wie der Active Drive Assist, der Active Brake Assist 5 und der verbesserte Abbiege-Assistent sind für Bodry ebenfalls ein Kaufargument gewesen. „Diese Systeme haben einen Leistungsumfang, den es nur bei Mercedes gibt. Den Actros anzuschaffen, ist für mich somit auch eine Frage der Verantwortung für unsere Fahrer und die übrigen Verkehrsteilnehmer.“ Nachdem sich die ersten elf neuen Lkw innerhalb kürzester Zeit bewährt haben, hat Bodry gleich 20 weitere bestellt.

Auch die Fahrer fühlen sich mit dem Fahrzeug wohl. Joachim Bauer zum Beispiel wollte schon nach wenigen Tagen die MirrorCam nicht mehr missen. „Besonders beim Rückwärtsfahren und Rangieren unterstützt mich das System optimal. Außerdem verschmutzt es lange nicht so schnell wie ein herkömmlicher Spiegel!“ Mit dem neuen Multimedia Cockpit ist Bauer ebenfalls zufrieden. „Im Zentraldisplay gibt es jetzt viel mehr und übersichtlicher dargestellte Informationen, etwa über meine Lenkzeiten.“ Gut gefallen ihm auch die Einsprungtasten unter dem Sekundärdisplay, mit denen er diverse Menüs aufrufen kann: „Hier wurden die Vorteile eines Touchscreens mit denen von herkömmlichen Schaltern perfekt kombiniert.“

Zufriedene und voll motivierte Fahrer sind mindestens genauso wichtig für den GTS-Geschäftserfolg wie ein zuverlässiger Fuhrpark. „Wir müssen erhebliche Aufkommensschwankungen flexibel managen“, erzählt Jerry Bodry. „Da benötigen wir Fahrer, die 100 Prozent mitziehen und von ihrem Lkw überzeugt sind.“ 

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Reiner Rebensaft: Joachim Bauer liefert lose Weine zur ZGM in Zell an der Mosel, einer der größten Kellereien der Region.

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„Besonders beim Rückwärtsfahren und Rangieren unterstützt mich das System optimal.“

Joachim Bauer, Fahrer bei der GTS Logistik GmbH

In den Wochen mit Feiertagen beispielsweise hat GTS extrem viel zu tun. „Zu Ostern, Himmelfahrt oder auch Pfingsten intensiviert der Handel oft spontan das Aktionsgeschäft“, so Bodry „Wann und wo genau das passiert, ist allerdings schwer kalkulierbar. Jedenfalls haben wir es dann mit zwei Herausforderungen gleichzeitig zu tun: Die Mengen steigen abrupt an, und wir haben nur eine Viertagewoche, um den Job zu erledigen. In diesen Zeiten müssen wir zusehen, dass Fahrer und Fuhrpark vollzählig im Einsatz sind.“

Auch die Weinlese von Mitte September bis Ende Oktober markiert eine Auftragsspitze: Während dieser Zeit holen die GTS-Gliederzüge mit Tankwechselbrücken den Most von den Winzern und Genossenschaften und liefern ihn in die Kellereien. „Für diese Periode mieten wir bei Mercedes-Benz CharterWay zusätzliche Wechselbrückenfahrzeuge, die wir mit unseren eigenen Tankbrücken bestücken, und wir brauchen dann jeden Fahrer“, erzählt Bodry.

Während der Lese muss der Most auch am Wochenende transportiert werden. Die gesetzlichen Lenk- und Ruhezeiten dulden jedoch keine Ausnahme. Und so ist eine gute Personalplanung auch in dieser Zeit die größte Herausforderung. Bodry: „Wir setzen Aushilfen ein und ziehen Fahrer aus dem Fernverkehr ab, wo wir die Lücken durch zuverlässige Speditionspartner schließen.“

GTS-Fahrer Joachim Bauer war früher begeisterter Fernverkehrsfahrer, hat deutschlandweit Paletten mit Weinflaschen ausgeliefert und ist nur während der Lese auf Tankwagen umgestiegen. Rheinhessen, Pfalz, Franken, Kaiserstuhl, Württemberg und eben Mosel – das sind die Weinregionen, in denen Bauer viele Winzer kennt. Am schönsten ist es für ihn in Traben-Trarbach. Da ist er sich mit seinem Chef Jerry Bodry einig. Stolz prangt deshalb das Stadtwappen auf der Beifahrerseite seines Actros, während die Zeichnung des historischen Brückentors die Fahrerseite ziert.

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Fotos: Matthias Aletsee 
Video: Martin Schneider-Lau