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    Arbeitstier und Spaßmobil

    Heritage

    Arbeitstier und Spaßmobil

    Das U in Unimog steht für Universal. Vor 75 Jahren begann die bis heute fortwährende Erfolgsgeschichte des Alleskönners. Zeit, innezuhalten und das fünfte Jahrzehnt der Ikone näher zu beleuchten, das neben neuen Baureihen auch die Auszeichnung zum Geländewagen des Jahres hervorbrachte.

    Ein Mercedes-Benz Unimog räumt Schnee mit einer Schneeräumschaufel. Die Szene zeigt die Einsatzfähigkeit des Fahrzeugs in winterlichen Bedingungen auf einer verschneiten Fläche.
    1986-1995 | Neue Baureihen kommen auf den Markt

    Erweiterung der schweren Baureihe 424

    Mit dem U 1550 kam im Jahr 1986 ein 150 PS starker Geräteträger mit einer besonders hohen Transportkapazität auf den Markt, der die Baureihe 424 nach oben abrunden sollte. Aufgrund seines zulässigen Gesamtgewichts von 10.500 kg war das Fahrzeug vor allem im Straßen- und Winterdienst sowie für den Einsatz mit schwerem Arbeitsgerät gut zu gebrauchen. Der lange Radstand von 3.250 mm ergab viel Raum für große Ladepritschen und zusätzliche Aufbaugeräte.

    Die neue Baureihe 407.

    Auf der IFAT, der Fachmesse für den Kommunalbereich in München, stellte Daimler-Benz im Jahr 1987 mit der leichten Baureihe 407 ein gänzlich neues Programm vor. Die in drei Varianten erhältliche, kleine wirtschaftliche Arbeitsmaschine wartete mit einem geräumigeren Fahrerhaus und einem neuen Getriebe auf und löste die seit 1966 gefertigte Baureihe 421 ab. Dabei unterschied sich die Baureihe 407 äußerlich vor allem durch die Lage des Ansaugrohrs, das nun – statt auf der rechten Seite – auf der Fahrerseite angeordnet war.

    Unimog von Mercedes-Benz, orangefarben, steht in einem abgeholzten Gebiet neben einem Holzernter, umgeben von Baumstämmen und ungepflügtem Boden.
    Ein weißer Unimog steht auf einer leeren Straße. Der Lkw hat eine offene Ladefläche und ein großes Fahrerhaus.

    Du interessierst dich für den
    Unimog Geräteträger?

    Bemerkenswert war der mit vier Zylindern angetriebene OM-616-Dieselmotor, der wie beim Unimog-Urahn nach dem Vorkammerverfahren arbeitete. Während der 52 PS starke U 600 seinen Dienst mit 3.000 Umdrehungen pro Minute verrichtete, kamen der U 650 und der hochgeländegängige U 650 L auf 3.500 Umdrehungen bei immerhin 60 PS.

    Aufgrund der relativ schwachen Motorisierung kam die Baureihe 407 überwiegend in Bauwirtschaft, Industrie und Kommunen zum Einsatz.

    Aller guten Dinge sind drei.

    Das Jahr 1988 brachte mit einer kompletten Überarbeitung des Unimog Programms gleich drei neue Baureihen hervor: die mittlere Baureihe 417 sowie die schweren Baureihen 427 und 437.

    Zielgruppe der mittleren Baureihe 417, war neben Industrie und Kommunen, nun auch wieder die Landwirtschaft. Zwar ließen sich die Baureihen 417 und 407 optisch nicht leicht auseinanderhalten, der grundlegende Unterschied lag aber im Rahmenkonzept. Während bei der leichten Baureihe ein preiswerterer gerader Leiterrahmen verbaut war, wurde bei der mittleren Baureihe ein Leiterrahmen mit gekröpften Längssträngen eingesetzt. Dieses Konzept, das auf die Entwicklung des Unimog S vor mehr als 30 Jahren zurückging, ermöglichte extreme Rahmenverdrehungen bei gleichzeitig hoher Biegesteifigkeit und sorgte so für eine besonders hohe Geländegängigkeit.

    Hpchgeländegängiger Unimog

    Du interessierst dich für den
    hochgeländegängigen Unimog?

    Höhere Leistung bei niedrigeren Abgaswerten.

    Da Daimler-Benz mit den Baureihen 407 und 417 jeweils eine leichte und eine mittlere Baureihe auf den Markt gebracht hatte, war es nur folgerichtig, auch noch eine schwere Baureihe zu präsentieren. Es war die Geburtsstunde der Baureihe 427, die sich an die seit 1976 gebauten schweren Baureihen 424 und 425 anschloss.

    Hauptmerkmal war ein neuer Direkteinspritz-Dieselmotor, optional auch mit Abgasturbolader, der ab dem Jahr 1992 zudem mit Ladeluftkühlung verfügbar war. Mit diesem neu konzipierten Motor hatte man im Werk Gaggenau aber vor allem einen geringeren Kraftstoffverbrauch und bessere Emissionswerte im Blick. Grund war, dass die Kommunen als Hauptabnehmer aufgrund von Immissionsschutzgesetzen um bis zu 5 dB leisere Fahrzeuge verlangten. Daher wurde die Motordrehzahl im maximalen Leistungsbereich auf 2.400 Umdrehungen abgesenkt, womit eine Verbesserung des Schalldruckpegels um 3-4 dB erreicht werden konnte.

    Ein Unimog von Mercedes-Benz steht in einem Feld, das von einem großen Sprühgerät umgeben ist, das zur landwirtschaftlichen Behandlung genutzt wird. Landwirtschaft zu Beginn der 90er-Jahre: Unimog U 1400 aus der Baureihe 427 bei der Düngerausbringung.

    Baureihe 437 mit neu entwickeltem Getriebe.

    Als weitere Top-Baureihe sollte sich die ab 1988 produzierte schwere Baureihe 437 erweisen. Erstmals wurde das neu entwickelte Unimog Getriebe UG 3/65 in den Fahrzeugen verbaut. Als Motorisierung diente ein ladeluftgekühlter OM 366 A bzw. LA. Die Modellreihe 437, die es auf 26 verschiedene Baumuster brachte, blieb bis 2002 in den Verkaufslisten.

    Neue Absatzgebiete im Osten.

    Durch den Fall des Eisernen Vorhangs erschlossen sich ab 1990 neue Märkte und Möglichkeiten. Waren bereits in früheren Jahren kleinere Unimog Stückzahlen in die Oststaaten geliefert worden, wurde nun die wahre Größenordnung des tatsächlichen Bedarfs ersichtlich: Allein Ungarn orderte 150 Unimog für den kommunalen Einsatz.

    Ein Mercedes-Benz Unimog mit Schneepflug räumt Schnee von einer verschneiten Straße in einer winterlichen Landschaft mit Tannenbäumen im Hintergrund.

    Der U 90: Kult-Fahrzeug mit Sichtkanal.

    Im Mai 1992 gab es erneut eine Premiere zu feiern. Auf der IAA in Hannover wurden die Baureihen 408 und 418 vorgestellt. Sie verfügten über ein neu konzipiertes Ganzstahl-Sicherheitsfahrerhaus mit ebenem Fahrerhausboden.

    Der zur Baureihe 486 gehörende U 90 stach vor allem durch sein besonderes Fahrerhaus mit Sichtkanal aus der Masse hervor. Gerade für Arbeiten mit Frontanbaugeräten wie in Kommunen und Landwirtschaft eine praktische Verbesserung.

    Kombination mit PKW und LKW – nur beim Unimog.

    Der japanische Trend, Unimog zu „Spaß-Mogs“ umzubauen, erreichte 1993 auch Europa. Daimler-Benz erkannte die Marktlücke und konzipierte auf Basis des U 90 einen offiziellen Funmog mit 110 PS. Innenraum und Instrumente erinnerten dabei stark an einen PKW. Zudem wurde das Fahrzeug mit einer blutroten Metallic-Lackierung versehen. Dies durften Unimog Kenner durchaus als Verneigung vor dem historischen Ochsenblut-Rot der Boehringer-Zeit verstehen. Besonders ins Auge stachen die verchromten, mehrteiligen Rohrbügel und Kuhfänger. Ausgestattet mit einer 130 dB-Hupe, war der Wiedererkennungswert des Funmog enorm.

    Roter Unimog von Mercedes-Benz mit einer Hilfsladefläche steht auf einer staubigen Oberfläche, ideal für Gelände- und Transportanwendungen in rauen Umgebungen. Der Funmog: Ein U 90 aus der Baureihe 408 als Stadt- und Freizeitmobil.

    Geländewagen des Jahres und 300.000ster Unimog.

    Das Jahr 1994 sollte eines der Jubiläen und Ehrungen werden. Das „Offroad“-Magazin wählte den Funmog völlig verdient zum Geländewagen des Jahres und in Gaggenau lief der 300.000ste Unimog vom Band.

    Anlässlich der Jubiläumsfeierlichkeiten zu „Einhundert Jahre(n) Automobilbau“ zog es im Juni 1995 dreihundert Unimog im Rahmen einer beeindruckenden Schaufahrt in die Geburtsstätte nach Gaggenau zurück. Mittlerweile ist der Unimog in 160 Ländern zuhause. Die Einsatzgebiete sind dabei genauso verschieden wie die Modellvarianten. Und das hat mittlerweile Tradition – denn: Das U in Unimog steht für Universal.

    Weitere Stories aus der Geschichte:

    • Alle (11)
    • Unimog (9)
    • Jubiläen (2)

    Unimog Nonplusultra

    Zum 80. Jubiläum des Unimog präsentieren Mercedes-Benz Special Trucks und Hellgeth Engineering den luxuriösesten und leistungsstärksten Unimog aller Zeiten.

    Unimog Geschichte

    Mehr erfahren über den legendären Alleskönner und die Höhepunkte seiner bewegten Geschichte.

    Exportschlager und Kraftpakete

    Im dritten Jahrzehnt entstehen Unimog Baureihen, die wie der U 1300 L noch heute Fans und Anwender überzeugen.

    Ingenieurskunst und Pioniergeist

    Seit nunmehr 75 Jahren steht der Unimog wie kein anderes Fahrzeug für Effizienz, Flexibilität und legendäre Offroad-Eigenschaften. Den Grundstein für diese Erfolgsgeschichte legten die Ingenieure Albert Friedrich, Heinrich Rößler und Hans Zabel.

    Zusammengeschweißt

    Der dritte MB-trac kehrt nach aufwendiger Restaurierung durch Auszubildende des Unimog Servicepartners Schmahl Landtechnik ins Unimog-Museum zurück.

    Erfolgsmodelle und Leistungsplus

    Seit nunmehr 75 Jahren steht der Unimog wie kein anderes Fahrzeug für Effizienz, Flexibilität und legendäre Offroad-Eigenschaften. In den 60er-Jahren entstand die umfangreiche Produktpalette, die noch bis heute den Allrad-Profi prägt.

    Familienlegende

    Am 19. März 1949 wurde mit der Auslieferung des ersten Unimog Geschichte geschrieben. Unter den ersten Empfängern war Karl Riker, Weltkriegsveteran und Besitzer einer Schnapsbrennerei in Hößlinswart. Er war auch einer der ersten, der mit dem Alleskönner unvergessliche Erinnerungen sammelte.

    Schrauben. Glauben. Und bewegen

    Gemeinsam mit seinen drei Freunden restaurierte Pfarrer Markus Lettner fünf Unimog. Was als technische Hilfe begann, entwickelte sich zu einer großen Freundschaft. Und alles dank dem Alleskönner auf Rädern von Mercedes-Benz Trucks.

    Der Unimog Maestro

    Erfahrungen, Ratschläge, Videos über Einsatzmöglichkeiten und historische Aufnahmen: Stefano Bagnasaccos YouTube-Channel „Unimog Italy“ soll die Unimog Community zusammenbringen und Wissen über das Multitalent verbreiten.

    Die Alpenpfleger

    30 Years of Actros

    Seit der Actros 1996 auf den Markt kam, hat das Mercedes‑Benz Trucks Flaggschiff immer wieder mit bemerkenswerten Neuerungen auf sich aufmerksam gemacht – und dabei die Entwicklung des modernen Lieferverkehrs entscheidend mitgestaltet. Im Jahr seines 30. Jubiläums blicken wir zurück.

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    Zusammengeschweißt

    Zwei grüne Mercedes-Benz Unimog stehen auf einem Feld, beladen mit großen Erntekörben. Die Fahrzeuge sind robust und bereit für landwirtschaftliche Einsätze.

    Frisch auf den Tisch